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Kinder machen Handstand

Vortrag und Austausch: Pathological Demand Avoidance (PDA) im Erwachsenenalter

PD Dr. Irina Jarvers, Lehrstuhl für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Universität Regensburg

Viele Autist*innen kennen das Gefühl: Schon kleine Alltagsanforderungen, ein Anruf, ein Formular, ein Termin, manchmal sogar Dinge, die man eigentlich selbst tun möchte, lösen Anspannung, inneren Widerstand oder Blockade aus. Erklärungen wie „Faulheit", „Aufschieberitis" oder „Trotz" fühlen sich falsch an, weil sie nicht beschreiben, was tatsächlich passiert. Das Profil der „Pathological Demand Avoidance" (PDA) beschreibt ein Muster, das durch ein tiefes Bedürfnis nach Autonomie und Kontrolle geprägt ist und in dem Vermeidung als Schutz vor überwältigender Angst verstanden wird, nicht als fehlende Motivation. Viele Autist*innen und Fachleute bevorzugen deshalb die Bezeichnung „Persistent Drive for Autonomy": ein beharrlicher Drang nach Autonomie, der das Verhalten weit besser erklärt als vermeintlicher Trotz. Wie genau PDA einzuordnen ist, wird wissenschaftlich weiterhin diskutiert, gerade für das Erwachsenenalter.
 

Themen des Abends:

  • Was ist PDA? Einordnung, Abgrenzung zu Trotz und Opposition, und die offene Debatte um den Begriff

  • Typische Merkmale und Mechanismen: Angst, Intoleranz gegenüber Unsicherheit, Kontrollbedürfnis

  • Wie sich das im Erwachsenenalltag anfühlt: der innere Widerstand auch gegen selbst Gewolltes, und was er kostet an Überforderung, Erschöpfung und Selbstzweifeln

  • Wege durch den Alltag: was Autist*innen mit PDA-Profil selbst berichten, und was sich aus der Arbeit mit Kindern übertragen lässt

  • Umfeld und Systeme: Arbeit und Studium, Behörden, Gesundheitsversorgung, Beziehungen, und der Umgang mit Unverständnis und Stigma
     

Der Abend richtet sich an Autist*innen und interessierte Kolleg*innen. Fragen und Austausch sind jederzeit willkommen, während des Vortrags und danach. Es besteht aber keine Erwartung, sich zu beteiligen: Zuhören ist völlig in Ordnung. Die Gesamtdauer beträgt ca. 1,5 Stunden.

Die Praxis übernimmt die Kosten für den Vortrag.

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